Datenschutzgrundverordnung DSGVO und mein Problem

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Willkommen im Web 1.0. Die EU Datenschutzgrundverordnung ist in Kraft. Bei meinem Arbeitgeber habe ich die Funktion des Datenschutzbeauftragten. Ich selbst als Verbraucher unterstütze den Ansatz, dass jedem Menschen seine Daten gehören und sonst auch das Recht auf Bestimmung der Verwendung bei jedem selbst liegt. Leider gilt das nicht für den Staat. Unsere Daten gehören uns dann ja doch nicht, denn alle Sozialgesetzbücher wie auch zum Beispiel Krankenkassen, haben weiterhin jede Befugnis der Datenverwendung.

Auf meinem Blog hat aber die Einführung der DGVSO eine Konsequenz. Der Blog ist seit 2009 online. Alles ist ehrenamtlich und ich bezahle den Betrieb selbst.

Auch wenn ich auf ein Verschlüsselungszertifikat zugreifen kann, sehe ich mich nicht in der Lage die Seite auf https umzustellen. Das bedeutet, das alle Funktionen, die personenbezogene Daten verarbeiten, deaktiviert werden müssen. Obwohl das Wesen eines Blog die Interaktion ist, wird es bis zu einer Umstellung keine Kommentarfunktion mehr geben. Auch die Buttons, die das Teilen der Beiträge ermöglichen, werden deaktiviert. Sie können aber nach wie vor teilen, wenn Sie die Adresse kopieren und in Ihren Social Media Kanal einfügen.

Dieser Blog wird nicht ausgewertet, die Kommentare sind deaktiviert, personenbezogene Daten werden nicht verarbeitet oder gespeichert. Der Blog wurde zur einfachen Zeitung.

Falls es jemanden gibt, der bei der Umstellung auf Verschlüsselung behilflich sein kann, wäre ich sehr dankbar. Ein Zertifikat ist vorhanden. Ebenso der direkte Zugriff auf den Webhost. Bei Fragen sprechen Sie mich bitte unter gilfert@bildungswissenschaftler.de an.

Dient uns das duale Ausbildungssystem noch? Oder wir dem System? – Der Versuch einer Einordnung.

Es soll in diesem Beitrag um den Versuch einer Einordnung gehen, in wie weit das Berufsausbildungssystem in der heutigen Zeit, mit den Schwierigkeiten von Systemen in Berührung kommt. Der Beitrag soll das duale System nicht in Frage stellen, sondern (so wie andere Beiträge in dem Blog) immer wieder nachfragen, ob das System als alleiniges Berufsbildungssystem noch den Menschen – den Jugendlichen, den Betrieben und damit der Gesellschaft – dient, oder ob wir unbemerkt alles tun, damit sich das System um seiner selbst Willen erhält. Wir Menschen also dem System dienen.

Auslöser für diesen Beitrag war die Nachricht in der WAZ vom März 2018 über die Ausweitung der Assistierten Ausbildung in NRW. Dies ist eine Maßnahme zur Sicherstellung von Ausbildungserfolg. So soll versucht werden, Menschen auf dem Weg zur Abschlussprüfung nicht zu verlieren. Wir hören es ja immer wieder. Die Nachfrage nach Ausbildung sinkt. Zu berücksichtigen ist auch die Debatte um die  Vergleichbarkeit akademischer und beruflicher Bildung. Das duale Ausbildungssystem ist Teil eines immer noch vorhandenen Ständesystems im Lande (Der Punkt trägt wesentlich zum Problem bei, wird aber einzeln in einem weiteren Beitrag beschrieben). Die Jugendlichen begründen nachvollziehbar warum sie sich anders orientieren und die Betriebe merken an, dass die Jugendlichen gar nicht mehr in der Lage sind, eine Ausbildung zu absolvieren. (In diesem Blog wird dieses Thema ausführlich betrachtet). Warum halten wir dann daran fest? Sind die Klager eine Minderheit, die nur am lautesten wahrgenommen wird? Oder gibt es tatsächlich ein Kernproblem? Weiterlesen ›

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Die komplexe Einfachheit der Menschen in der geraden Kurve – „Digitalisierung“

Dieser Beitrag wurde aktualisiert und an einer Stelle auch korrigiert. Die Änderungen sind blau markiert. Vielen Dank für die Anmerkungen von Dr. rer. nat. Carmen Poszich-Buscher – Neurobiologin und Mediatorin.

Bei der Suche nach Lösungen für die Probleme, die wir als Menschen zu lösen haben, scheinen wir alle zu vergessen, dass es eine Konstante gibt. Es gibt etwas unverrückbares – niemals zu veränderndes. Der psychische Mensch kann sich anpassen und verändern – auf neue Bedingungen einstellen. Der physische Mensch kann das nicht. (Anm.: Der physische und psychische Mensch hat eine Bandbreite, in der er sich verändern kann. Der psychische und physische Mensch (Leib und Seele) sind direkt miteinander verbunden und haben direkte Auswirkungen auf den Menschen als Ganzem). Niemals wird uns ein dritter Arm wachsen, ein weiteres Auge oder ein neues, modernes Gehirn (Anm.: Ein menschliches Gehirn besteht aus einigen hundert Milliarden Neuronen. Diese zu simulieren übersteigt die Fähigkeiten der schnellsten Computer. Stand der Computer: Leistungsfähigkeit eines Reptiliengehirns. Unser Gehirn lernt, wenn das Wissen in klarer Struktur, in kleinen Einheiten, ohne Stress und an den aktuellen Bedürfnissen des Menschen orientiert, vermittelt wird). Hierin liegt unsere Begrenzung. Warum vergessen wir das? Sei es, wenn wir über Arbeit sprechen oder über unser allgemeines Leben? Wenn wir über Krankheit, Regeln oder Pflege sprechen. Ich habe den Eindruck, wir vergessen unsere physische Begrenztheit. Weiterlesen ›

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Das Kapital ist die Beziehung zu den Menschen

Da fällt einem Arbeitskollegen nach Jahren auf, dass mein Kapital die „Beziehung zu den Menschen“ ist. Ich habe mich gefragt, was es sonst sein sollte in meiner Arbeit und darauf geachtet, was andere sagen. Ich habe sehr schöne Rückmeldungen erhalten. Jemand sagte, dass die Treffen der Betriebe in so angenehmer Atmosphäre in fast schon familiärem Rahmen stattfinden. Ein schönes Lob. Ich stelle immer wieder fest, dass es gar nicht der Inhalt ist, mit dem man in Gespräche kommt und Vertrauen aufbaut, sondern einfach die Begegnung und eine Wertschätzung den anderen Gegenüber.

Aber die schönste Rückmeldung war ein junger Student, der mir sagte, dass er nach dem Gespräch Mut fasste, wusste was er will und sich völlig neu sieht. Er sei viel selbstbewusster als vor dem Gespräch, welches 1,5 Stunden dauerte. Ich bin für diese Rückmeldungen sehr dankbar und möchte gleichzeitig anregen, dass alle diejenigen, die sich mit und in Bildungsfragen beschäftigen, hierauf den Fokus legen. Eigentlich reicht es, die Menschen machen zu lassen wozu sie in der Lage sind.

Schauen wir auf das was jeder kann und nicht auf das, was er können sollte.

Das ist ein großer Unterschied.

Digitale Bildung – ein Spannungsfeld zwischen Menschenverachtung und Chance

Nach meiner Teilnahme am 2017er Mobile Learning Day der Fernuni Hagen möchte ich über Aspekte digitaler Bildung schreiben – intensiver als wir normalerweise diskutieren. Die Keynote hielt Prof. Dr. Christoph Igel vom Educational Technology Lab am Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz. Auf einmal stand nicht die Frage von Mobile Learning im Vordergrund, sondern Fragen von Macht, Herrschaft und auch Fluch und Segen digitaler Bildung. Es ging nicht um digitale Bildungsverfahren – also die Nutzung von digitaler Technik in der Bildung -, sondern um digitale Bildungssysteme. Auch die ganze Diskussion um das Schlagwort 4.0 strich der Professor mit einigen Sätze weg – denn 4.0 ist eher Marketingaspekt. Die digitalen Systeme an sich sind alt und es gibt sie schon lange. „Echtes“ 4.0 ist die Vernetzung untereinander (z.B. Internet der Dinge) – und selbst das ist noch nicht das, worüber wir nun sprechen.

Einer unter den zehn Top Punkten der Strategie des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWI) für die nächsten zehn Jahre ist die digitale Bildung. Es soll hierbei auch ein Kernproblem mit künstlicher Intelligenz (KI) angegangen werden. Nämlich die Interpretation von Daten. Weiterlesen ›

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Azubimangel im Handwerk – verblüffende Ähnlichkeit zwischen heute und 1938?

Nur einzelne Worte verraten den Ursprung des Textes. Es ist verblüffend, wie sich die Aussagen heute mit denen von früher ähneln.

“a) Quantitativer Lehrlingsmangel

Wie bei den Arbeitskräften, so sind wir auch bei den Lehrlingen vor die Probleme der Knappheit gestellt worden. Wir sind in das Jahrzehnt eingetreten, in dem sich der verschärfte Geburtenrückgang der Nachkriegszeit, dem erst nach der Machtergreifung Einhalt geboten wurde, in Gestalt Schwachbesetzter Nachwuchsjahrgänge auswirkt. Je weniger Nachwuchs aber vorhanden ist, desto stärker bemühen sich alle Kreise, ihn an sich zu ziehen. Vom Lehrlingsmangel wird nur ein Teil der Handwerksberufe nicht oder wenig betroffen: die Schlosser, Kraftfahrzeughandwerker, Mechaniker – also Berufe, die zu den technischen Neigungen der heutigen Jugend besonders passen. Fast alle anderen Berufe, auch die des Bauhandwerkes, klagen über Nachwuchsmangel. Besonders gilt das für kleine und darum wenig bekannte Handwerkszweige. In den Werkstätten des gestaltenden Handwerks- das gilt z.B. für die Buchbinderbetriebe und Webereien, stellen sich statt der Jungen immer mehr Mädchen als Lehrlingsnachwuchs ein. Weiterlesen ›

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Das Image von Berufen verbessern – geht das überhaupt?

Heute probiere ich (erstmals mit PowerPoint in WordPress) anhand eines plakativen Beispiels deutlich zu machen, dass man das Image von Berufen im Kern nicht verbessern kann. Das wird auch in Förderlinien gerne probiert und es werden teils große Anstrengungen unternommen, hier eine Verbesserung zu erzielen. Ich stelle mir dann immer einen Härter vor, der in der heißen Werkhalle unterwegs ist, um aus heißen Öfen rotglühende Metallteile zu heben um sie dann in Öl abzuschrecken. Es entstehen Dämpfe, es ist laut, kleine Feuer lodern an der Oberfläche. Teilweise sammelt sich der heiße Öldampf an den Wänden und läuft über die Fenster gen Boden. Licht tritt kaum noch in den Arbeitsraum ein, der von Neonröhren mehr schlecht als recht beleuchtet wird. Das zeigt man dann Weiterlesen ›

Passe ich in das Unternehmen? Ein Modell für einen Überblick

Dieser Beitrag ist ein weiterer Teil der kleinen Serie über die entwicklungspsychologische Betrachtung der Menschen, der Betriebe, der Beziehungen untereinander und der dazugehörigen Kommunikation. In diesem Teil findet sich eine Arbeitstabelle zu den Betrieben aus entwicklungspsychologischer Sicht. Leser und Leserinnen mögen bitte immer daran denken, dass dies Modelle sind. Man kann mit ihnen arbeiten und die Tabellen verschaffen einen Überblick.

Hier übertragen wir nun die vorliegenden Informationen und Beschreibungen auf die Betriebe und Unternehmen. Ich persönlich finde das sehr spannend, denn einfach durch die Form der Darstellung können bestimmte (Beziehungs) Zusammenhänge mit einem Blick klar machen, an welchen Stellen es bei der Zusammenarbeit haken kann. Wir erinnern uns an die Arbeitstabelle für den Menschen aus den vorangegangenen Teilen. Diese Tabelle ist gleich aufgebaut, jedoch um relevante betriebliche Informationen ergänzt. So zum Beispiel die Betriebsart, wer die Entscheidungen im Betrieb trifft und wie der Führungsstil aussieht. Ebenfalls sind beispielhaft Tätigkeiten angegeben sowie Tabus bzw. Paradigmenverletzungen angeführt. Schlussendlich notierte Schweizer in seinen Texten zu jeder Stufe noch ein passendes Sprichwort. Ich stelle mir vor, dass sich beim lesen das ein oder andere „Jo, so ist es“ einschleicht. Weiterlesen ›

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