Bewusstsein und Motivation für Weiterbildung

learn-808753_1280Neben der Weiterbildungsbeteiligung finden sich hier auch Hinweise auf Bewusstsein, Motivation und auch Ablehnung in der Kausa „Weiterbildung“. Möglicherweise kann individuelle Bildungsberatung hier dämpfend und Bewusstseinsfördernd wirken. Zwar entstanden die Grafiken auf Datenlage des Jahres 2004, jedoch weisen die letzten Erhebungen zur Weiterbildungsbeteiligung darauf hin, dass sich hier keine große Veränderung ergeben hat. Baethge und Baethge-Kinsky haben 2004 in Ihrer Publikation „Der ungleiche Kampf des lebenslangen Lernens“ aus über 4000 Interviews (repräsentativer Durchschnitt der deutschen Wohnbevölkerung) folgende Weiterbildungsbeteiligung nach Berufsabschlüssen erhoben. Weiterlesen ›

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Wie sieht es mit der Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland aus?

note-64057_1280Vorweg: Weiterbildung ist auch ein zentrales Thema für „Unterwegs in die Arbeitswelt“, denn 1,5 Millionen junge Erwachsene im Alter von 20 bis 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Ebenfalls ist der direkte Übergang von der Schule in die Erwerbstätigkeit zu berücksichtigen. In beiden Fällen ist Weiterbildung ein zwingender Weg, Kompetenzen zu erlangen, zu erweitern und vor allem zu formalisieren.

In Abständen von einigen Jahren wird immer wieder die Weiterbildungsbeteiligung genauer unter die Lupe genommen. So auch in diesem Jahr. Es sieht so aus, als lassen sich keine genauen Aussagen treffen. Die Spannbreite je nach Quelle ist unterschiedlich. Ebenso werden keine Unterschiede betreffend der qualitativen Bewertung von Weiterbildungsmaßnahmen sowie einer Verwertbarkeit der Weiterbildung berücksichtigt.

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Die Anforderungen an einen Beruf – woher resultieren die und warum nicht alle von der gleichen „Sache“ reden 

BerufeGleich vorweg – es ist fast unmöglich für mich in einem Blogbeitrag alle Elemente der Berufsordnung zu beschreiben. Daher möchte ich mich auf einen Kern konzentrieren, der häufig in der Berufsorientierung von Jugendlichen zum Tragen kommt: Es geht um die Anforderungen an einen Beruf.

In aller Regel steht bei den Jugendlichen die Frage im Raum, welcher Beruf es sein soll. Was passt zu mir, bin ich geeignet für den Beruf und erfülle ich die Anforderungen. Leider wird die Frage, woher die Anforderungen resultieren und wer diese warum so festlegt nur selten gestellt. Die Frage, ob man denn mit seinen Kompetenzen dennoch die Arbeit in dem Beruf ausüben kann noch viel seltener. Ich persönlich gehe davon aus, dass sie von Jugendlichen faktisch nicht gestellt wird. Und dort wo sie gestellt wird, kann man durchaus ein „so ist das nun einmal, man kann sich nicht alles aussuchen“ erwarten. Eine klassische Fokussierung auf die Bewegung in den gegebenen Rahmenbedingungen ist die Regel.

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Donovan Livingston, M. Ed., Havard – Studentenabschlussrede – Ein Statement für die Bildung der Menschen „Lift Off“

Hier kann man sehen, was ein einzelner Student auslösen kann. Weltweit erregt das Video Aufmerksamkeit. In seiner Abschlussrede am Ende seines Studiums als Master in Erziehungswissenschaften spricht er über die Ungleichheit der Menschen. „Noch vor allen anderen Möglichkeiten ist Bildung die größte ausgleichende Kraft gegen die Ungleichheit der Menschen“ zitiert er Horace Mann. Er bezieht sich auf das Höhlengleichnis von Platon (welches den Sinn und die Notwendigkeit des Bildungswegs der Menschen als Befreiungsprozess darstellt) wenn er sagt:

„Als Lehrer braucht es mehr als das Gerassel unserer Ketten mit eurer Stimme zu übertönen. Nehmt sie uns ab. Entfesselt uns. Nehmt uns die schwere Last von Armut, Privileg, Politik und Ignoranz“

Im Original: „As educators, rather than raising your voices over the rustling of our chains,
Take them off. Un-cuff us. Unencumbered by the lumbering weight of poverty and privilege, policy and ignorance“.

Seine Rede bewertet nicht, lässt keinen in der Gesellschaft das Gesicht verlieren – einfach unglaublich auch die Art, in welcher der junge Mann vorträgt. Ich finde das sehr beeindruckend und bewegend!

Der gesamte Originaltext der Rede ist hier veröffentlicht.

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Im Bann des Zertifizierungs-Fetischismus. Wie der Weiterbildungsmarkt seine Kunden um ihre Kompetenzen bringt.

von Dr. Christoph Schmitt (Zug, Schweiz)

Bild ZertifikatDer Weiterbildungsmarkt ist quasi-monopolistisch organisiert – durch das System der Zertifizierungen. Diese bestimmen sowohl darüber, was gelehrt wird, als auch darüber, wer lehren darf, als auch über die Abschlüsse, die die Klienten erwerben. Nicht aber darüber, was diese am Ende eines Kurses tatsächlich können. Und genau darum müsste es ja gehen. Wie kommt’s?

Zertifizierungen haben den Zweck, Zugänge zu regulieren. Auf einem mit Angeboten völlig überschwemmten Markt sind sie eine wunderbare Möglichkeit, sich als Anbieter über Wasser zu halten.  Letzten Endes dient Zertifizierung also vor allem dem Selbsterhalt des Systems.

Es ist wie bei beim Boxkampf. Am Vorabend des Turniers müssen alle auf die Waage. Nur wer innerhalb der Gewichtsgrenzen liegt, darf in den Ring, ist also „zertifiziert“. Was er dann im Ring bietet, entscheidet sich aber nicht auf der Waage. Deshalb: Zertifizierung kann nicht Qualität garantieren sondern nur  Zugänge regulieren. Weiterlesen ›

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Ist die Orientierung an Zertifikaten in der Arbeitswelt noch zeitgemäß?

ZertifikatbildIn einem Blogbeitrag von Gunvald Herdin und Monika Fischer gehen die Autoren auf die Frage ein, warum in Deutschland die Menschen im beruflichen Alltag immer noch zertifikatsorientiert handeln und nicht kompetenzorientiert. Der Beitrag brührt die wesentlichen Themen und beschreibt auch die Ungerechtigkeit, die sich dadurch für viele Menschen ergeben. Betrachtet werden hier die Lerner und die Menschen, die als Arbeitnehmer in der Arbeitswelt unterwegs sind. Im Umkehrschluss zu der Frage warum es für uns wichtiger ist zu sagen „Ich darf das“ (Zertifikat) als „Ich kann das“ (Kompetenz) müssen wir aber auch das Verhalten der Unternehmen in den Fokus nehmen. Denn auch hier orientiert man sich stark an den Zertifikaten, wenngleich man schon überlegt, warum das so ist. Hier gibt es Unterschiede in den Betriebsgrößen und dem jeweiligen Verhalten. Im Kern dürfte die Zertifikatorientierung einer „Ordnung“ in der Gesellschaft zugute kommen. Mit der zunehmenden insitutionalisierten Entindividualisierung einerseits und einer zunehmenden Individualisierung der Menschen andererseits stellt sich die Frage umso mehr, ob die Zertifikatorientierung noch zeitgemäß ist. Der Beitrag findet sich unter diesem Link.

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Alle Achtung! Harald Lesch zum „absurden“ Bildungssystem

Man muss nicht immer in allem Recht haben, aber eine klare Haltung zu der man steht. Mir gefällt dieses Interview. Nicht nur inhaltlich. Der Interviewteil zum Bildungssystem beginnt ab Minute 23:02 bis 28:38. Der Rest des Videos ist aber ebenfalls sehenswert!

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Kriterien an ein gutes Ausbildungssystem

AusbildungssystemJutta Allmendinger leitet  das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in Berlin und hat im Februar im Onlinemagazin des Stifterverbandes MERTON einen sehr treffenden Beitrag zur Situation der (Aus)Bildungssituation in Deutschland verfasst. Der Beitrag findet sich unter diesem Link: Wie ein gutes Ausbildungssystem aussehen sollte. Neben einer systemkritischen Betrachtung wendet sich Frau Allmendinger auch konkreten Gestaltungsmöglichkeiten zu. Den Inhalt des Beitrages kann ich in Gänze unterstützen, wobei als Fazit dennoch „nur“ ein könnte, müsste, sollte im Raume steht. Aber mehr kann auch nicht gehen. Neben den institutionellen Akteuren in Deutschland, sind meines Erachtens jedoch die Arbeitgeber und Unternehmen gehalten, das berufliche Bildungssystem zu gestalten.
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