Das Image von Berufen verbessern – geht das überhaupt?

Heute probiere ich (erstmals mit PowerPoint in WordPress) anhand eines plakativen Beispiels deutlich zu machen, dass man das Image von Berufen im Kern nicht verbessern kann. Das wird auch in Förderlinien gerne probiert und es werden teils große Anstrengungen unternommen, hier eine Verbesserung zu erzielen. Ich stelle mir dann immer einen Härter vor, der in der heißen Werkhalle unterwegs ist, um aus heißen Öfen rotglühende Metallteile zu heben um sie dann in Öl abzuschrecken. Es entstehen Dämpfe, es ist laut, kleine Feuer lodern an der Oberfläche. Teilweise sammelt sich der heiße Öldampf an den Wänden und läuft über die Fenster gen Boden. Licht tritt kaum noch in den Arbeitsraum ein, der von Neonröhren mehr schlecht als recht beleuchtet wird. Das zeigt man dann einem Jugendlichen und sagt: „Hier, Junge – das ist ein guter Beruf! Du musst das nur wirklich wollen. Eine tolle Sache – Hau rein“.

Wie um alles in der Welt will man den Beruf des Härters in seinem Image verbessern? Vielleicht ergeben sich ja Veränderungen, wenn der Betrieb mit seinem eigenen Image und mit den Arbeitsbedingungen wirbt. Ein anderes Beispiel: Eine weltweit bekannte Schraubenfirma härtet auch. Aber der Jugendliche arbeitet nicht in der Härterei, sondern er stellt die Schrauben für Conny Reimann her. Ich hoffe, jeder kennt den Herrn.

Gut nachgedacht ist das vielleicht auch nicht das richtige, da es nur einen Conny Reimann gibt und gerade kleinere Betriebe diese Möglichkeiten nicht haben. Da kann man nur Härten. Es muss also im Kleinbetrieb etwas anders geben. Und da kann man mal die Jugendlichen fragen, die dort „gerne“ arbeiten. In dem Film „Bruce Allmächtig“ spielt Morgan Freeman Gott und sagt: „einige der glücklichsten Mensch der Welt stinken wie ein Frettchen, wenn sie nach Hause kommen“. Es ist zwar nur ein Film, aber es ist wahres dran. Ich selbst bin gelernter Schlosser und wenn ich in der Fabrik in den Maschinenstraßen repariert habe, habe ich ein Gefühl der Zufriedenheit gehabt – auch wenn es nur selten Spaß machte. Man schafft gemeinsam etwas, man hat Zusammenhalt und ist für extrem teure Anlagen verantwortlich. Es gibt persönliche Orientierung und die Welt ist kleiner als in meiner Arbeit heute. Das bietet Sicherheit.

Wäre das nicht etwas, was die kleinen Betriebe besser bieten können als die Großen? Familie, Zusammenhalt, Orientierung, Sicherheit? Eine Perspektive für den Menschen bieten und nicht nur eine Arbeit oder Ausbildung? Natürlich muss es auch finanziell stimmen, aber allzu oft hält der schöne Schein davon ab, seine Zufriedenheit auch in einem kleinen Betrieb und einer auch schmutzigen Arbeit zu finden.

Die PowerPoint Präsentation lässt sich über den Vollbild Button in der grauen Leiste bildschirmfüllend anschauen. Viel Spaß.

©2017 Achim Gilfert. Dieser Beitrag ist zur Weiterverbreitung nach den in diesem Blog veröffentlichten Regeln zum Urheberrecht veröffentlicht. Diese Regeln finden Sie hier: Urheberrechtshinweise. Die hier eingebettete PowerPoint Datei darf nicht verändert werden. Die darin enthaltenen Bilder unterliegen dem Urheberschutz. Das Pilotenbild ist eine erworbene ©iStockphoto.com/ID:520732153 Lizenz. Das Bild Lufthansa A380 ist aus Wikimedia Commons/Peter1170, das Bild von Ryanair aus Wikimedia Commons/Curren und das Bild der Fokker 50 aus Wikimedia Commons/Alec Wilson entnommen.

Ich interessiere mich mehr für

Loading ... Loading ...
Google Analytics hilft mir, den Blog immer aktuell zu halten. Sollten Sie dies nicht wünschen, klicken Sie hier um das zu unterbinden (opt out) .
Veröffentlicht in Alle Beiträge, Das aktuelle Übergangsgeschehen, Management & Beratung, Meinung, Praxis, Probleme im Übergang, Theorie, Übergangsforschung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*