Das Rad der klassischen Konfliktlösung

Dieser Beitrag ist Teil der kleinen Serie über die entwicklungspsychologische Betrachtung der Menschen, der Betriebe, der Beziehungen untereinander und der dazugehörigen Kommunikation. In diesem Teil findet sich eine Grafik der klassischen Konfliktlösung nach Graves, Ury und Schweizer. Hier werden die Angaben aus der Tabelle „Stufen Entwicklungspsychologie Mensch“ etwas anders dargestellt und um eine Information ergänzt. So werden die Konfliktlösungsoptionen für die einzelnen Bewusstseinsstufen zusammengefasst. Hier lässt sich erkennen, dass der größte Teil der Gesellschaft (70%) die Konfliktlösung an einen Dritten abgibt – woraus Gewinner und Verlierer resultieren. Nur um die 11 % haben den Interessenausgleich im Fokus. Natürlich lässt sich auch der Rest unter bestimmten Umständen auf den Interessenausgleich ein, jedoch wird ein neuer Konflikt zuallererst wieder mit dem ursprünglichen Lösungsschema angegangen. Diese Grafik dient als Brücke zu einer Tabellenerweiterung für die entwicklungspsychologische Sicht auf Betriebe und Unternehmen. Weiterlesen ›

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Zusammenfassende Tabelle Entwicklungspsychologie – „Mensch“

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Dieser Beitrag ist Teil der kleinen Serie über die entwicklungspsychologische Betrachtung der Menschen, der Betriebe, der Beziehungen untereinander und der dazugehörigen Kommunikation. In diesem Teil findet sich eine Arbeitstabelle zu den Entwicklungsstufen der Menschen. Leser und Leserinnen mögen bitte immer daran denken, dass dies Modelle sind. Man kann mit ihnen arbeiten und die Tabellen verschaffen einen Überblick.

Die Archaische und die Holistische Stufe hat für unsere Betrachtung im Kontext keine Relevanz. Ebenfalls habe ich vermieden, eine Altersspalte einzufügen. Der Grund liegt in der universellen Anwendbarkeit in den verschiedenen Themen, die wir uns anschauen werden. In den klassischen Stufenmodellen a la Piaget, werden Altersangaben gemacht. Diese werden aber auch kritisiert, da die Entwicklung eines Menschen eben nicht nur vom Alter abhängt. In dieser Tabelle wäre eine Altersangabe nur für die Spalte der Entwicklungsphase annähernd verwendbar. Eine weitere Besonderheit der Tabelle ist, dass es trotz der Darstellung (es ist nun mal eine Tabellenform) kein oben und unten gibt. Ebenfalls erfolgt keine Bewertung besser/schlechter und auch eine Niveauzuweisung soll unterbleiben. Weiterlesen ›

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Entwicklungspsychologische Stufenmodelle aus Sicht der Profession

Dieser Blog versucht immer, bei allen Sachverhalten die blaue Schnittmenge zu sehen. Aus Sicht der Profession, so Oevermann, lassen sich Probleme vernünftig bearbeiten. Wir schweifen nicht voll in die Praxis, versuchen aber, die Theorie operabel zu bekommen. Wir wollen mit den theoretischen Ergebnissen in der Praxis arbeiten. Wenn wir zum Beispiel einmal aus einem Entwicklungpsychologischen Blick auf die Menschen- und Bildungswelt schauen, lassen sich Stufenmodelle nutzen. Piaget und Erikson sind zwei der bekannteren. Es gibt aber noch weitere Autoren.

Schweizer hat versucht, diese einmal zusammenfassend zu beschreiben. Wenn wir also wissen, wie Menschen auf bestimmten Entwicklungsstufen „ticken“, dann können wir das für die Kommunikation nutzen. Schweizer ist Wirtschaftsmediator und da Mediation eigentlich nur aus Kommunikation besteht (wie auch einzelne Therapieformen und Beratung), helfen ihm diese Beschreibungen, Konfliktumstände zwischen Personen aufzulösen. Auch die Beziehungen zwischen Schule, Jugendlichen und Betrieben basieren auf Kommunikation. Es kann sich also lohnen, dass wir einmal versuchen, die verschiedenen Stufenmodelle aus den Beschreibungen in händelbare Modelltabellen zu überführen. Weiterlesen ›

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In eigener Sache – Ich unterstütze mich – Mensch & Betrieb

Liebe Leser, liebe Leserinnen.

Ich weiß, lange Texte sind ein Graus – einfach dranbleiben :-).

Seit nunmehr 7 Jahren gibt es diesen Blog. Die Schwierigkeiten, zum Beispiel bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen, werden trotz Bemühungen vieler Stellen mehr. Das gilt auch für andere Nachwuchsbemühungen wie zum Beispiel bei den Ingeneuren oder Konstrukteuren. Gleichzeitig gibt es Beschäftigung wie nie und wir können annehmen, dass den Unternehmen schon ziemlich bewusst ist, dass es immer schwerer wird, adäquat für die personelle Zukunft im Betrieb zu sorgen. Zur Zeit gibt es eine Art „Aufteilungskampf“ um den Nachwuchs. Gewinnen werden diesen allem Anschein nach die Betriebe, die die meisten Ressourcen haben und diese zur Verfügung stellen. Ein großer Schraubenhersteller erläuterte mir, dass man mit der großen Ausbildungswerkstatt vor Ort nicht mehr über Bedarf ausbildet – wen auch.

Es lässt sich annehmen, dass die Ziele der großen Unternehmen nicht in der Versorgung der deutlich in der Überzahl vorhandenen Kleinst- Klein und mittelgroßen Betriebe liegen. Wer sägt schon am eigenen Ast. Kleine und mittlere Unternehmen bis 50 Mitarbeitern stehen ohne wirkliche Problemlösung da (Hier eine Grafik zur Anzahl der Betriebe in Deutschland – nach wie vor in der Relation aktuell). Die Bürokratie wird hier nicht helfen – nicht die Arbeitsagentur, nicht die Kammern, nicht die betrieblichen Verbände. Wer meine Beiträge liest weiß, dass ich der Ansicht bin, dass sich zum einen viel zu viele „Nichtbeteiligte“ beteiligen (mit durchaus besten Absichten) sowie zum anderen, dass die Kernprobleme nicht an ihrer Wurzel angegangen werden (können). Ich schreibe gerade an verschiedenen Beiträgen, die ausgehend von dem diesem, Betriebe und Jugendliche – Ein kommunikativer Teufelskreis , schildern und begründen, wo die eigentlichen Ursachen liegen können. Weiterlesen ›

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Kommentar zum Beitrag in Spiegel Online – „Mit Hauptschulabschluss nimmt dich keiner“

Am 29.1.2017 entdecke ich einen Beitrag in Spiegel Online, der beispielhaft den Kreislauf rund um die Diskussion über die Zugänge zu dualer Berufsausbildung deutlich macht. Neben einer reißerischen Überschrift wirbt der Beitrag indirekt für Unterstützungsmaßnahmen zur Aufnahme einer Ausbildung. Daher stelle ich den Beitrag hier vor. Hier der Link zum Beitrag von Spiegel Online.

Kommentar: – Kern des Beitrags ist die Klage über den Facharbeitermangel und dass Unverständnis darüber, dass trotzdem so viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. „Trotzdem hält sich die Zahl der erfolglosen Anwärter auf eine Lehrstelle seit Jahren auf ähnlichem Niveau. Von den 80.000 Jugendlichen, die 2016 nur Absagen bekommen haben, entschieden sich 60.000 für eine Alternative und gingen zum Beispiel weiter zur Schule. Etwa 20.000 standen ohne alles da.“ schreibt die Autorin Kristin Kruthaup in dem Artikel. Sie erwähnt auch die Dunkelziffer, da alle Angaben nur auf freiwilligen Meldungen der Betriebe oder der Jugendlichen basieren. Eine qualitative Bewertung erfolgt nicht (zum Beispiel – War die Schule die Alternative oder versuchte die Schule die Ausbildung als Alternative darzustellen? -die Studien und Befragungen aus dem Übergangsgeschehen lassen darauf schließen, da die meisten studieren möchten).

In dem Beitrag werden zwei Jugendliche interviewt, die auf Ausbildungsplatzsuche sind/waren und keinen erhalten haben. „Es steht zwar überall, dass man sich auch mit einem Hauptschulabschluss bewerben kann. Doch das ist Schwachsinn“ – sagt einer der beiden, Eric S. der 26 Jahre alt ist. Weiterlesen ›

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Unser Bildungssystem als Karikatur

„Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch nach seiner Fähigkeit beurteilst, einen Baum hochzusteigen, wird er sein ganzes Leben lang glauben, er sei dumm“. – Albert Einstein

Die Karikatur wurde von Hans Traxler im Jahre 1976 veröffentlicht und setzt sich mit der Chancenungleichheit im Bildungssystem innerhalb Deutschlands auseinander. Das Bild macht ohne viel Worte deutlich, das Gleichheit nicht mit Gleichbehandlung erreichbar ist. Eine sehr eindrucksvolle Darstellung. In den siebziger Jahren war das eine der am meisten verbreiteten Karikaturen.

(vgl. Hans Traxler, Chancengleichheit, in: Michael Klant , [Hrsg.] , Schul-Spott : Karikaturen aus 2500 Jahren Pädagogik ,Fackelträger, Hannover 1983, S. 25) Weiterlesen ›

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10 Punkte, die jeder über die duale Berufsausbildung wissen sollte!

TopTen Duale

In meinem Alltag stoße ich immer wieder auf überraschte Gesichter, wenn ich diese Punkte über duale Berufsausbildung erzähle. Unerheblich, ob ich mit Jugendlichen, mit Lehrern, Betriebsinhabern oder auch Hochschullehrern spreche – in vielen Fällen staunt man ungläubig. Der Beitrag bewertet nicht die Sinnhaftigkeit der einzelnen Punkte, Viel Spaß beim Lesen.

1 – Ein Ausbildungsvertrag zwischen einem Betrieb und einem Auszubildenden ist ein reiner Privatvertrag (seit 1810). Bis auf gesetzliche Vertreter (z.B. bei Minderjährigen, Vormundschaft) besteht kein Recht zur Einflussnahme durch andere Personen oder Institutionen.

2 – Es ist nicht notwendig, einen Schulabschluss für die Aufnahme einer Berufsausbildung vorzuweisen. Dieser wird nicht vorausgesetzt. Die „Anforderungen“ an die Berufe sind inhaltlicher Art und werden durch Betriebe und mit der Berufsbildung beauftragte Institutionen (z.B. Kammern, BiBB) formuliert.

3 – Die Dualität der Berufsausbildung bezieht sich auf die Aufteilung der Lerninhalte in der dualen Berufsausbildung. Für die betrieblichen Lehrpläne steht der Bund, für die schulischen Lehrpläne stehen die Bundesländer. Das duale Berufsausbildungssystem entwickelte sich in der Mitte der 1920er Jahre.

4 – Eine duale Berufsausbildung findet in der Regel an mehr als zwei Lernorten statt (z.B. Betrieb, überbetriebliche Lehrwerkstätten der Kammern, Berufsschule, Träger beruflicher Weiterbildung). Weiterlesen ›

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Bewusstsein und Motivation für Weiterbildung

learn-808753_1280Neben der Weiterbildungsbeteiligung finden sich hier auch Hinweise auf Bewusstsein, Motivation und auch Ablehnung in der Kausa „Weiterbildung“. Möglicherweise kann individuelle Bildungsberatung hier dämpfend und Bewusstseinsfördernd wirken. Zwar entstanden die Grafiken auf Datenlage des Jahres 2004, jedoch weisen die letzten Erhebungen zur Weiterbildungsbeteiligung darauf hin, dass sich hier keine große Veränderung ergeben hat. Baethge und Baethge-Kinsky haben 2004 in Ihrer Publikation „Der ungleiche Kampf des lebenslangen Lernens“ aus über 4000 Interviews (repräsentativer Durchschnitt der deutschen Wohnbevölkerung) folgende Weiterbildungsbeteiligung nach Berufsabschlüssen erhoben. Weiterlesen ›

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