Zeitarbeit – wie sieht es aktuell aus? Und was leisten die Zeitarbeitnehmer wirklich?

Die Grafik zeigt anschaulich, wie die Zahl der Zeitarbeiter in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist. Es sind mittlerweile über eine Million Menschen, die in Leiharbeit beschäftigt sind (Bei Klick auf die Grafik öffnet sich das Diagramm in einem neuen Fenster). Dabei ist jedoch auch eine Änderung der Statistischen Angaben im Jahre 2013 zu berücksichtigen. Dennoch – noch nie war der Anteil an Zeitarbeit so hoch. Die letzten Reformen sollten allesamt dafür sorgen, das Zeitarbeit nicht weiter steigt beziehungsweise dort, wo sie eingesetzt wird darauf zu achten, dass die betroffenen Arbeitskräfte gleiches Geld und gleiche Behandlung in der Beschäftigung erfahren. Der jährliche Bericht zur Entwicklung der Zeitarbeit der Bundesagentur für Arbeit benennt in der 2017er Ausgabe deutliche Mängel. Am Ende des Beitrages findet sich der Link zum Download. Im thematischen Rahmen des Blogs möchte ich ein paar wichtige Anmerkungen und Daten herausgreifen, da sie auch die Menschen in beiden Schwellenübertritten betreffen können. „Leiharbeitnehmer sind überwiegend jung. Während ein Drittel aller Beschäftigten jünger als 35 Jahre ist, findet sich fast die Hälfte der Zeitarbeitnehmer in dieser Altersgruppe wieder […] Dies zeigt, dass Zeitarbeit auch eine Rolle beim Einstieg junger Arbeitnehmer in das Berufsleben spielt.“ lesen wir auf Seite 12 des Berichts. Den Angaben zufolge wurden im ersten Halbjahr 2016 68 Prozent aller Zeitarbeitsverträge mit Menschen geschlossen, die unmittelbar vorher keine Beschäftigung ausübten beziehungsweise noch nie sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Das sind 465.000 Personen. Weiterlesen ›

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Zeitarbeit – Was ist das, wie funktioniert sie und welche Konsequenzen sind möglich.

Eine kuriose Sache. Bei einer Auswertung ergab sich, das der Artikel mit den meisten Aufrufen, der über Zeitarbeit war. Aus vielen Beratungsgesprächen kenne ich die Angst vor Zeitarbeit und deren Folgen. Daher habe ich mich entschlossen, den ursprünglichen Artikel mit der mittlerweile sechsten Reform der Zeitarbeit (zum 1.4.2017) zu aktualisieren und zu überarbeiten. Hier soll es darum gehen, das System zu erläutern. In einem anderen Beitrag wird die Entwicklung der Zeitarbeit in Deutschland beschrieben und mit jeweils aktuellen Zahlen versehen.

Es sieht erst einmal so aus, dass “Zeitarbeit” nichts mit Übergängen zu tun hat. Das ist ein Thema für die “Arbeitenden bzw. Arbeitslosen” wird häufig gesagt. Da hat der junge Mensch nichts mit zu tun. Dem ist leider nicht so. Zeitarbeit kann die Konsequenz von „Nichtausbildung“ sein und ihrerseits wieder erhebliche Konsequenzen für das Berufsleben und die Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Lebenswelt haben. Über Zeitarbeit wird viel diskutiert und viel geschrieben. An dieser Stelle soll die Funktion „Zeitarbeit“ beschrieben werden, warum sie vorhanden ist und welche Konsequenzen aus Zeitarbeit resultieren können. Weiterlesen ›

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Berufsorientierung an Hauptschulen durch Führungskräfte einer Zeitarbeitsfirma (Archiv)

Aufgrund der Aktualisierung der Beiträge zur Zeitarbeit habe ich diesen Abschnitt aus dem ursprünglichen Beitrag hierhin verschoben. Das Projekt gibt es immer noch, jedoch verlagerte sich der Schwerpunkt in Richtung Ausbildung. Zwangsläufig möchte man sagen. Daher findet sich hier der ursprüngliche Beitrag, versehen aber mit den Links zu den aktuellen Projektseiten von Randstad. Es geht um das Thema Berufsorientierung als (mögliches) Marketinginstrument und die Werbung um die Zeitarbeitskräfte der Zukunft. Alle hier dargestellten Informationen über die Zeitarbeitsfirma Randstad und ihrer Programme, sind den Internetseiten von Randstad Zeitarbeit „Du bist ein Talent“ (Letzter Aufruf 02.05.2017)sowie der Stiftungsseite der Randstad Stiftung entnommen (Letzter Aufruf 07.02.2013). Das Ziel des Randstad Programms “Du bist ein Talent – ein Patenschaftsprogramm mit Hauptschülern” ist gewaltig. „Jeden“ Hauptschüler zu einem qualifizierten Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss zu bringen. Besonders die Zielgruppe mit Migrationshintergrund wird besonders beachtet. Hintergrund ist laut Randstad, dass der nationale Bildungsbericht 2008 erläutert, das 4 von 10 Schülern mit und ohne Hauptschulabschluss innerhalb von 2 Jahren keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Beworben wird das Programm von der Randstad Stiftung, wie auch von Randstad Deutschland.

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Betriebsgrößen nach Beschäftigtenklassen / Aktuelle Daten zu Betrieben und Beschäftigtenanteilen / Deutschland

In diesem Beitrag finden sich nun aktualisierte Kenndaten zur Anzahl der Betriebe, seiner sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, dem Anteil an Zeitarbeit, dem Anteil an der Gesamtbeschäftigung sowie eine Grafik zum Anteil geringfügig Entlohnter. Zuerst wird eine sehr differenzierte Splittung dargestellt, welche in einer zweiten Grafik stärker zusammengefasst wurde. Das ist übersichtlicher, wenn wir schauen wollen, welche Anteile bestimmte Gruppen haben. Der Bereich KMU wird so besser abgebildet, wobei die KMU Definition etwas irreführend ist. Der Grund liegt auch in der Betrachtung der Ressourcen, die ein Betrieb zum Beispiel für Berufsorientierung aufbringen kann. Beim Klick auf eine Grafik öffnet sich ein neues Fenster mit der Originalgröße. Weiterlesen ›

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Das Rad der klassischen Konfliktlösung

Dieser Beitrag ist Teil der kleinen Serie über die entwicklungspsychologische Betrachtung der Menschen, der Betriebe, der Beziehungen untereinander und der dazugehörigen Kommunikation. In diesem Teil findet sich eine Grafik der klassischen Konfliktlösung nach Graves, Ury und Schweizer. Hier werden die Angaben aus der Tabelle „Stufen Entwicklungspsychologie Mensch“ etwas anders dargestellt und um eine Information ergänzt. So werden die Konfliktlösungsoptionen für die einzelnen Bewusstseinsstufen zusammengefasst. Hier lässt sich erkennen, dass der größte Teil der Gesellschaft (70%) die Konfliktlösung an einen Dritten abgibt – woraus Gewinner und Verlierer resultieren. Nur um die 11 % haben den Interessenausgleich im Fokus. Natürlich lässt sich auch der Rest unter bestimmten Umständen auf den Interessenausgleich ein, jedoch wird ein neuer Konflikt zuallererst wieder mit dem ursprünglichen Lösungsschema angegangen. Diese Grafik dient als Brücke zu einer Tabellenerweiterung für die entwicklungspsychologische Sicht auf Betriebe und Unternehmen. Weiterlesen ›

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Zusammenfassende Tabelle Entwicklungspsychologie – „Mensch“

Klick auf die Tabelle vergrößert das Bild auf 100 %

Dieser Beitrag ist Teil der kleinen Serie über die entwicklungspsychologische Betrachtung der Menschen, der Betriebe, der Beziehungen untereinander und der dazugehörigen Kommunikation. In diesem Teil findet sich eine Arbeitstabelle zu den Entwicklungsstufen der Menschen (Die Arbeitstabelle für Betriebe findet sich hier). Leser und Leserinnen mögen bitte immer daran denken, dass dies Modelle sind. Man kann mit ihnen arbeiten und die Tabellen verschaffen einen Überblick.

Die Archaische und die Holistische Stufe hat für unsere Betrachtung im Kontext keine Relevanz. Ebenfalls habe ich vermieden, eine Altersspalte einzufügen. Der Grund liegt in der universellen Anwendbarkeit in den verschiedenen Themen, die wir uns anschauen werden. In den klassischen Stufenmodellen a la Piaget, werden Altersangaben gemacht. Diese werden aber auch kritisiert, da die Entwicklung eines Menschen eben nicht nur vom Alter abhängt. In dieser Tabelle wäre eine Altersangabe nur für die Spalte der Entwicklungsphase annähernd verwendbar. Eine weitere Besonderheit der Tabelle ist, dass es trotz der Darstellung (es ist nun mal eine Tabellenform) kein oben und unten gibt. Ebenfalls erfolgt keine Bewertung besser/schlechter und auch eine Niveauzuweisung soll unterbleiben. Weiterlesen ›

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Entwicklungspsychologische Stufenmodelle aus Sicht der Profession

Dieser Blog versucht immer, bei allen Sachverhalten die blaue Schnittmenge zu sehen. Aus Sicht der Profession, so Oevermann, lassen sich Probleme vernünftig bearbeiten. Wir schweifen nicht voll in die Praxis, versuchen aber, die Theorie operabel zu bekommen. Wir wollen mit den theoretischen Ergebnissen in der Praxis arbeiten. Wenn wir zum Beispiel einmal aus einem Entwicklungpsychologischen Blick auf die Menschen- und Bildungswelt schauen, lassen sich Stufenmodelle nutzen. Piaget und Erikson sind zwei der bekannteren. Es gibt aber noch weitere Autoren.

Schweizer hat versucht, diese einmal zusammenfassend zu beschreiben. Wenn wir also wissen, wie Menschen auf bestimmten Entwicklungsstufen „ticken“, dann können wir das für die Kommunikation nutzen. Schweizer ist Wirtschaftsmediator und da Mediation eigentlich nur aus Kommunikation besteht (wie auch einzelne Therapieformen und Beratung), helfen ihm diese Beschreibungen, Konfliktumstände zwischen Personen aufzulösen. Auch die Beziehungen zwischen Schule, Jugendlichen und Betrieben basieren auf Kommunikation. Es kann sich also lohnen, dass wir einmal versuchen, die verschiedenen Stufenmodelle aus den Beschreibungen in händelbare Modelltabellen zu überführen. Weiterlesen ›

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In eigener Sache – Ich unterstütze mich – Mensch & Betrieb

Liebe Leser, liebe Leserinnen.

Ich weiß, lange Texte sind ein Graus – einfach dranbleiben :-).

Seit nunmehr 7 Jahren gibt es diesen Blog. Die Schwierigkeiten, zum Beispiel bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen, werden trotz Bemühungen vieler Stellen mehr. Das gilt auch für andere Nachwuchsbemühungen wie zum Beispiel bei den Ingeneuren oder Konstrukteuren. Gleichzeitig gibt es Beschäftigung wie nie und wir können annehmen, dass den Unternehmen schon ziemlich bewusst ist, dass es immer schwerer wird, adäquat für die personelle Zukunft im Betrieb zu sorgen. Zur Zeit gibt es eine Art „Aufteilungskampf“ um den Nachwuchs. Gewinnen werden diesen allem Anschein nach die Betriebe, die die meisten Ressourcen haben und diese zur Verfügung stellen. Ein großer Schraubenhersteller erläuterte mir, dass man mit der großen Ausbildungswerkstatt vor Ort nicht mehr über Bedarf ausbildet – wen auch.

Es lässt sich annehmen, dass die Ziele der großen Unternehmen nicht in der Versorgung der deutlich in der Überzahl vorhandenen Kleinst- Klein und mittelgroßen Betriebe liegen. Wer sägt schon am eigenen Ast. Kleine und mittlere Unternehmen bis 50 Mitarbeitern stehen ohne wirkliche Problemlösung da (Hier eine Grafik zur Anzahl der Betriebe in Deutschland – nach wie vor in der Relation aktuell). Die Bürokratie wird hier nicht helfen – nicht die Arbeitsagentur, nicht die Kammern, nicht die betrieblichen Verbände. Wer meine Beiträge liest weiß, dass ich der Ansicht bin, dass sich zum einen viel zu viele „Nichtbeteiligte“ beteiligen (mit durchaus besten Absichten) sowie zum anderen, dass die Kernprobleme nicht an ihrer Wurzel angegangen werden (können). Ich schreibe gerade an verschiedenen Beiträgen, die ausgehend von dem diesem, Betriebe und Jugendliche – Ein kommunikativer Teufelskreis , schildern und begründen, wo die eigentlichen Ursachen liegen können. Weiterlesen ›

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