Das Übergangsgeschehen – Wer macht da eigentlich mit?

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Schulen
Ziel: Abgabe der Schüler aus der Schule in Folgeaktivitäten (z.B. Ausbildung, weiterführende Schule, Studium, Erwerbstätigkeit).

Jugendliche
wünschen sich eine gute berufliche Perspektive und Wohlstand.

Die eigene Peer Group
Ziel: Austausch über berufliche Möglichkeiten und Wege (In manchen Erhebungen wird die Peer Group als die wichtigste Einflussgröße auf die Berufswahl angegeben).

Eltern
wünschen sich in aller Regel eine gute, wenn nicht gar bessere Zukunft für ihre Kinder, als sie selbst gehabt haben.

Bundesagentur für Arbeit
Ziel: Vermittlung von Jugendlichen in den Ausbildungsmarkt unter Berücksichtigung der Grundgesetzartikel. Die Verfahren sind im Sozialgesetzbuch drei (SGBIII) vorgegeben. Die Versorgung der Betriebe mit geeignetem Nachwuchs fällt in diese Aufgabe. Dadurch können sich gravierende Konflikte bei der Berufswahl der Jugendlichen ergeben.

ARGE sowie Optionskommunen
Direktes Ziel ist die Beendigung der finanziellen Unterstützungsleistungen.

Beratungspersonal für “besondere” Jugendliche
Ziel: Zugewiesene Risikoschüler betreuen und begleiten. Erfüllen einer vorgegebenen Vermittlungsquote. (Das Personal besitzt zum größten Teil trotz prekärer Beschäftigungsverhältnisse einen hohen moralischen Anspruch und ein sehr hohes Engagement).

Bildungsdienstleister in der Berufswahl
Ziel: Maßnahme Durchführung für teilnahmeberechtigte Schüler/innen.

Fördermittelgeber
Ziel: Strukturelle Steuerung und Einflussnahme durch Finanzierung.

Ausbildungsvermittler z.B. von Kammern, Arbeitgeberverbänden
Ziel: Versorgung Ihrer Mitgliedsbetriebe mit geeigneten Bewerbern. Abnahme von Selektionseinheiten der Betriebe. Matching.

Berufskollegs/Berufsfachschulen
Ziel: Ausbildungswege über Alternativwege, Vollschulische Ausbildungen.

Maßnahmeträger zur Ausbildungsförderung (z.B. BVB)
Ziel: Durchführung von Maßnahmen zur Herstellung von Ausbildungsreife im Auftrag der Bundeagentur für Arbeit. Wirtschaftliches Ziel: Volle Kurse. Einhalten einer Vermittlungsquote. Resultierend daraus: können sich im Wettbewerb mit anderen Ausbildungsvermittlern befinden.

Maßnahmeträger für Langzeitpraktika (EQ) und außerbetrieblicher Ausbildung (BaE)
Ziel: Durchführung von Maßnahmen im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit zur Integration in den ersten Ausbildungsmarkt, Wirtschaftliches Ziel: Volle Kurse und maximale Auslastung der beauftragten Teilnehmerquantität.

Private Vermittler (z.B. Younect,)
Wirtschaftliche Ziele

Privatwirtschaftliches Engagement
Ziele: Vorteile bei eigenem Recruiting, Marketing und Darstellung als guter Arbeitgeber. In diesem Bereich gibt es aber sehr viele unterschiedliche Ziele. Auch darüber finden sich Artikel in diesem Blog (z.B. Randstadt Zeitarbeit)

Praktisch alle Medien analoger und digitaler Form
Ziele: z.B. neutrale Berichterstattung im öffentlichen Interesse, Erhöhen und sensibilisieren für das Thema, Meinungsmache

Das sind wirklich viele Beteiligte und ich will gar nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Eine Ursache für die Probleme in unserem Übergangssystem könnte auch in der schieren Anzahl der Beteiligten liegen. Denn am Ende hat jeder der Institutionen individuelle Ziele (Geschäftsziele), die auch in Teilen eine Zusammenarbeit und ein Ineinandergreifen von Initiativen schwierig machen. Da kommen wir der Sache schon ein wenig näher, denn bei Umfragen herrscht unter allen Protagonisten ein Konsens. Ja, die Übergänge müssen im Sinne der Jugendlichen klappen?

©2013 Achim Gilfert. Dieser Beitrag ist zur Weiterverbreitung nach den Regeln der Creative Commons: Keine kommerzielle Nutzung 3.0 Deutschland unter dem Link http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/ veröffentlicht. Jeder kann ohne Nachfrage diesen Text nach den creativecommons Regeln ohne Änderung verbreiten. Bitte setzen Sie jedoch immer einen Link auf die Ursprungsseite (Digital) oder verweisen durch einen Vermerk auf diesen Beitrag (Print).

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